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Wissensmilieus
Beiträge zur Medialität volkskundlichen
Wissens - Vorstellung des DFG-Forschungsverbunds:
"Volkskundliches Wissen und gesellschaftlicher Wissenstransfer.
Zur Produktion kultureller Wissensformate im 20. Jahrhundert"
Der Begriff, der zunächst zur Beschreibung der komplexen
Wechselbeziehungen von Stadt, Wissen und sozialen Akteuren
im gegenwärtig konstatierten Übergang von der Informations-
zur Wissensgesellschaft entworfen wurde, wird hier auf einen
historischen Zusammenhang angewendet und für diesen Zweck
weiterentwickelt. Als ein heuristisches Konzept soll er die
Perspektive auf das volkskundliche Wissen zentral stellen.
Der Analysefokus richtet sich auf die für Prozesse der
Wissensproduktion und des Transfers konstitutiven Praxen,
auf die hier verhandelten Wissensbestände (und inwiefern
diese prägnante Kopplungen von Wissens-typen, zum Beispiel
Alltagswissen, Objektwissen, Expertenwissen, sind), deren
regionale Dimensionen sowie auf die beteiligten Akteure (Personen,
Institutionen etc. sowie deren Allianzen und "Wahlverwandtschaften").
Wissensmilieus verfügen über ein charakteristisches
Wissen um gemeinsame Praxisformen, spezifische Formen eines
internen Wissenstransfers und wirken effektiv in gesellschaftliche
Öffentlichkeiten hinein, was zugleich auf die Wechselbeziehungen
zu den Kategorien "Wissensformat" und "Wissensraum"
verweist. Die Überlegungen zum Konzept "Wissensmilieu"
sollen exemplarisch am Beispiel zweier "Facetten"
des volkskundlichen Milieus in Berlin vorgestellt werden.
Bei der Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Brandenburg
zu Berlin "Brandenburgia" richtet sich der Fragehorizont
auf mehr verstetigte dauerhafte Formen der Wissensproduktion
und des Transfers, während mit Blick auf ausgewählte
Volkskunstausstellungen in Berlin projektbezogene temporäre
Formen im Mittelpunkt stehen. Überlegt werden soll auch,
ob und inwiefern hier, im Sinne regionaler Spezifik, von einem
Berliner volkskundlichen Milieu gesprochen werden kann.
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