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Wissensräume
Beiträge zur Medialität volkskundlichen
Wissens - Vorstellung des DFG-Forschungsverbunds:
"Volkskundliches Wissen und gesellschaftlicher Wissenstransfer.
Zur Produktion kultureller Wissensformate im 20. Jahrhundert"
Charakteristisch
für volkskundliches Wissen war stets seine starke lokale
Einbindung mit regionaler Perspektive. Regionalität verweist
hier auf eine spezifische Eigenlogik der Konstruktion von
Wissensräumen, in denen volkskundliche Organisationsstrukturen
etabliert werden. Zugleich werden Forschungsfelder reklamiert
sowie Formen und Funktionen der Medialisierung volkskundlichen
Wissens verhandelt. Volkskundliche Wissensproduktionwird somit
durch regional gebundene Wissenstransfers stimuliert und konstituiert
sie zugleich. Anhand zweier unterschiedlicher zeitlicher und
regionaler Kontexte sollen hier Entwicklungen dieser Art diskutiert
werden. Dazu wird die Genese personeller wie institutioneller
Strukturen zwischen Laienforschung, Wissenschaftsdisziplinen
und Landespolitik, des Diskurses um das Verständnis wissenschaftlicher
Volkskunde sowie des Transfers volkskundlichen Wissens in
die Öffentlichkeit exemplarisch in den Blick genommen.
Anhand der kulturellen Entwicklung in Schleswig-Holstein in
den 1920er Jahren können die Funktionalisierung regionalen
Wissens in und über eine Region sowie Vernetzungsstrukturen
zwischen Volkskunde und Politik untersucht werden. In den
Blick kommt dabei, wie mit Hilfe bestimmter Wissensformate
versucht wurde, Schleswig-Holstein als eine in sich geschlossene
Region zu konstruieren. Die volkskundliche und soziologische
Gemeindeforschung in Hessen nach 1945 wiederum bietet die
Möglichkeit zur Untersuchung der Transferprozesse zwischen
verschiedenen scientific communities in einem Wissensraum.
Hessische Volkskundler und Soziologen übernahmen Ansätze
aus den US-amerikanischen community studies, modifizierten
diese jedoch gleichzeitig und eigneten sie sich somit in einer
wissensraumspezifischen Weise an.
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